1. Mannschaft mit glücklichen 4:4 gegen Eikamp!

Liebe Schachfreunde,

Mit sehr viel Dusel erreichte unsere 1. Mannschaft gestern ein 4:4 gegen in Bestbesetzung angetretene Gäste aus Eikamp.

Ich hatte den Mannschaftskampf schon lange als verloren angesehen. Der eine Punkt war schon beinahe sensationell!

Zunächst spielte Carlos an Brett 7 gegen Guido Büttgen Remis. Die entstandene Stellung war beiden zu undurchsichtig und kompliziert und man zog es vor, besser den Punkt zu teilen. 0,5 zu 0,5.

Kurz darauf war auch Jo an Brett 3 gegen Lötzerich fertig. Ebenfalls Remis. 1:1.

Diese schnellen Remis schienen aber eher Eikamp als uns zu nützen. Denn Ralph stand an Brett 6 gegen Rene Prinz schon lange auf verlorenen Posten. Ein Turm war auf seiner Grundstellung eingesperrt worden. Da war nichts mehr zu machen. 1:2.

Als Oli nach großem Kampf an Brett 1, gegen den meiner Meinung, besten Spieler der gesamten Verbandsliga Wolfgang Wieferig verlor, war der Mannschaftskampf eigentlich durch! 1:3.

Denn Jürgen Fessel und ich an Brett 8 und Brett 5 standen beide schlechter!

Aber zunächst noch ein Remis zwischen Jürgen Asselborn und Manuela Schmitz an Brett 4. 1,5 zu 3,5.

Ich habe wieder nicht gut gespielt. Mein neues System auf 1. d4 funktioniert noch nicht richtig und ich kam abermals unterlegen aus der Eröffnung. Wieder einmal entwickelte sich ein Spiel auf ein Tor und meine einzige Hoffnung bestand darin, das Remis zu erklammern. Das wäre wohl eng geworden, aber nach einem unnötigen Bauernverlust meines Gegners, war die Stellung tot Remis. Auf Sieg spielen aber unmöglich. 2:4.

Und jetzt kam der Paukenschlag: Jürgen Fessel stand an Brett 8 gegen seinen Gegner Martin Olschewski die ganze Zeit schlechter und eigentlich auf Verlust. Doch in Jürgens Zeitnotphase, ließ sich Martin auf einfache Art und Weise dreizügig Matt setzen! Grundreihenschach, Lf8, Lh6!!! Unglaublich! Das brachte noch die Wende… 3:4

… denn jetzt stand Andreas an Brett 2 gegen Arnold Schmitz klar besser! Das war auch glücklich für uns, denn Andreas hatte in einem früheren Partiestadium bereits Remis angeboten, Arnold aber abgelehnt. Jetzt ging dieser Schuss nach hinten los. Und da muss ich ganz deutlich sagen, bei 3:4, umringt von etlichen Kiebitzen, eine gewonnene Stellung, gegen einen so starken Gegner, so sicher nach Hause zu spielen, wie Andreas es gestern tat, verdient den Titel:

“Andreas Gerdau, Held des Tages!” 

Endstand 4:4.

Sicherlich ist dieser Mannschaftspunkt, sowie der aktuell 3. Tabellenplatz sehr erfreulich! Wir sollten uns aber nicht täuschen lassen! Normalerweise hätten wir deutlich verlieren müssen! Um am nächsten Spieltag beim Tabellenführer Langenfeld bestehen zu können, müssen wir uns deutlich steigern! So viel Glück hat man nicht oft!

Einen besonderen Dank unserem Ersatzspieler Jürgen Fessel, der immer wenn man ihn einsetzt alles gibt und die Erwartungen, wenn dieses Mal auch glücklich, zu 100% erfüllte!!!

Alles Gute,

Euer Schachfreund,

Jochen Goßmann.

Kommentare

1. Mannschaft mit glücklichen 4:4 gegen Eikamp! — 2 Kommentare

  1. Wie ich leider zugeben muss, war es ein mehr als glücklicher Partiegewinn. (Basierend auf einer suboptimalen Eröffnungsbehandlung)
    Deutlich schlechtere Stellung und akute Zeitnot(3 Minuten für 8 Züge) sind keine netten Wegbegleiter.

    Meine Gedanken am Brett, noch irgendwie ein Remis zu ergaunern, hat der Kollege “Fritz” später sehr schnell entkräftet.
    Für meinen werten Gegner gab es eine überschaubar geringe Anzahl Züge, die seinen Sieg hätten verhindern können.

    Netter Weise hat er, in der Schlüsselstellung, einen davon gefunden.
    W: d4,f2,g3,h2, Le3, Te1, Da6, Kg1 (ich)
    S: b6,e7,f7,g6,h7, Lg7, Tc8, Dd5, Kg8

    In dieser Stellung fand ich 1. Tc1, mit der Überlegung, “Eine Drohung aufbauen kann nie schaden”, parallel zu “Turm steht auf einer offenen Linie besser/aktiver”, wohl wissend, dass Dies insgesamt für meinen Gegner bestenfalls lästig sein würde.

    Mit dem Gedanken, die Dame zu tauschen, um danach den B-Bauern durchzudrücken, fand mein Gegner die Antwort 1. … Db7?? – Für Ihn eine unerfreuliche Katastrophe.
    Zu seiner “Freude” nahm ich den Damentausch gerne an, da damit der Weg, weg von meinen Remishoffnungen, frei wurde.
    Nach 2. Db7: Tb7: ergab sich eine Stellung, die man zuhauf in Lehrbüchern findet.
    3. Tc8+ Lf8
    4. Lh6 aufgegeben

    Statt 1. … Db7 zu spielen, wäre h5 beste Zug gewesen (Laut “Fritz”) – Da8, Dd7 und sogar Ld4:(unter Vorbehalt) waren ebenfalls denkbar – Jeweils mit Sieg für Schwarz.
    Bei Ld4: wäre der schwarze B-Bauer verloren gegangen und hätte das Spiel von Schwarz problematischer gestaltet.
    Z.B. 1. … Lb4 2. Da7 Te8 3. Ld4: D4d: 4. Tb1 De4 4.Db6: … usw.

    Meine Großmutter hätte zu einem derartigen Ergebnis gesagt “Det Jlück is mit die Doofen”.
    Wenn “doof sein” zu solchen Resultaten führt…Will ich mich dagegen nicht wehren.

    In diesem Sinn

    Viele Grüße
    Jürgen Fessel

  2. Lieber Jürgen!
    Man könnte auch sagen, das Glück ist mit dem Tüchtigen!
    Aber gibt es Glück im Schach überhaupt?
    Wenn Dein Gegner sich so einfach Matt setzen lässt, hat er es auch verdient zu verlieren.
    Oder wiegen späte Fehler, weniger als frühe? Das Gegenteil ist der Fall!
    Grüße, Jochen.