1. Mannschaft gewinnt das Endspiel gegen Esch!

Liebe Schachfreunde,

Endlich ist es so weit: Der sicherlich heiß ersehnte Bericht über unseren “Entscheidungskampf” gegen Esch!

Der Bericht heute, wird etwas länger ausfallen. Zum einem weil ich Euch die Problematik und verschiedene Gedankengänge und Prozesse der letzten Tage näher bringen möchte. Zum anderen weil ich meine persönliche Meinung, zum Verhalten eines bestimmten Liga Konkurrenten klar zum Ausdruck bringen werde!

Die letzten Tage vor dem großen Endspiel gegen Esch, waren sehr, sehr aufregend.

Zwei Absteiger, Longerich und Schlebusch, standen schon fest. Den dritten Absteiger galt es noch auszuspielen.

Vor dem letzten Spieltag stand Eikamp mit 6 Punkten auf dem drittletzten Platz. Das Heimspiel gegen Longerich würden sie wohl gewinnen und damit auf 8 Punkte kommen.

Mülheim hatte 7 Punkte und musste zuhause gegen den Tabellenzweiten Grünfeld ran. Eigentlich eine schwierige Aufgabe. Aber: Wie stark würde Grünfeld antreten? Klar war, dass Mülheim 1 Punkt reichen würde. Bei ebenfalls 8 Punkten lag Mülheim im direkten Vergleich ( Berliner Wertung ) vor Eikamp.

Wir standen bei 8 Punkten. Klar war aber auch, dass uns Punktgleichheit weder gegen Mülheim noch Eikamp reichen würde. Beide Berliner Wertungen hatten wir verloren.

Klar war, dass uns ein Punkt sicher reichen würde.

Wie verführerisch war also der Gedanke, eines abgesprochenen Unentschiedens ( 8 mal Remis ), wie es in unserer Verbandsliga Mitte, meiner Meinung leider, viel zu häufig praktiziert wird?! Jetzt einmal völlig unabhängig davon, ob Esch auf so ein Angebot überhaupt eingegangen wäre…

Erschwerend kam die Tatsache hinzu, dass unsere 2. Mannschaft, höchst wahrscheinlich den Aufstieg in die Bezirksliga schaffen wird.

Ein Abstieg von uns ebenfalls in die Bezirksliga, hätte ernste Probleme für unseren kleinen Verein bedeutet.

Gleichzeitige Spielansetzung. Keine Ersatzstellung untereinander mehr möglich! Das wäre wirklich sehr, sehr schwierig geworden…

Trotzdem sind wir nach einer von mir durchgeführten Umfrage zu dem Schluss gekommen, dass wir auf diese Weise nicht die Klasse halten wollten!

Wir haben uns trotz großem Risiko zum Auskämpfen entschieden! Darauf bin ich sehr stolz.

Samstags erhielt ich eine Nachricht aus Richtung Mülheim. Grünfeld würde am Sonntag nicht antreten. Man würde angeblich keine Mannschaft zusammen bekommen! Also 8:0 für Mülheim, die damit schuldlos gerettet waren! Von Grünfelder Seite finde ich das, schlicht und einfach eine Schweinerei, am letzten Spieltag so aktiv in den Abstiegskampf einzugreifen und unsportlich den Wettbewerb zu verzerren! Dazu später mehr.

Entsprechend angespannt ging es Sonntag zum Spiellokal, wo kampfbereite Escher ( Gott sei Dank, etwas ersatzgeschwächt) auf uns warteten.

Was sich jetzt entwickelte, war geradezu filmreif! Wohl auch etwas der großen Angespanntheit geschuldet, verlief der Mannschaftskampf für uns keineswegs optimal.

Ganz im Gegenteil: Ralphs Liebe zu Japan ist bekannt. Das er wohl etwas übermotiviert zum Kamikaze Flieger werden würde, war nicht zu erwarten, lach! Sein Brett brannte lichterloh!

Aber auch an anderen Brettern sah es nicht gerade rosig für uns aus! Die Mienen der beteiligten Kalk/Deutzer hätte man filmen müssen!!!

Ich glaube so manch einer hat gedacht: “Oh mein Gott: Wir steigen ab!!!” oder “Hätten wir doch mal geschoben!” Lach!

Zunächst aber ein Remis zwischen Joachim Thiel und Markus Wulfert an Brett 4.

Schon ziemlich glücklich für uns war das Remis zwischen Oliver Lunnebach und Michael Lambertz! Oli stand im  Damen und Bauern Endspiel zeitweise sehr gefährdet. 1:1.

Uli Vogel hatte es an Brett 8 mit dem Escher Nachwuchstalent Luca Klemenz zu tun, der lange sehr gut mithielt. Am Ende setzte sich aber Ulis große Routine durch. 2:1.

Ralph Tbaila schaffte nach einer sehr zweischneidigen Partie an Brett 7 gegen Teresa Orthen mit einer Springergabel die Entscheidung für sich und das 3:1 für uns! Das war wohl der große Knackpunkt des Mannschaftskampfes!

Ich hatte die Ehre den so dringend benötigten vierten Punkt zu erzielen. Aber auch mein Sieg an Brett 6 gegen Edmund Goebgens war nicht ohne Glück! Meine Stellung äußerst bedenklich. Durch einen taktischen Einschlag schaffte ich die Rettung. Gewann Bauer und Qualität und die Partie. 4:1.

Damit waren wir gerettet und uns fielen eine Menge Steine vom Herzen!

Durch das Remis von Andreas Gerdau an Brett 3 gegen Jürgen Porn schafften wir gar noch den ziemlich unverdienten Mannschaftssieg, aber das war nicht mehr so wichtig.

Auch nicht die natürlich bedauerlichen Niederlagen von Eric Ostenda gegen Alexander Liethen und Jürgen Asselborn gegen Peter Beracz an den Brettern 2 und 5!

Längst war bei herrlichen Sonnenschein auf der Terrasse Klassenerhalt Party angesagt!

Ein besonderer Dank, gilt unseren Freunden aus Esch, die uns unsere zeitweilige Angespanntheit nicht übel nahmen und sich später aufrichtig mit uns freuten, obwohl sie teilweise unglücklich verloren hatten.

Es wurde auch noch gemeinsam das eine oder andere Kölsch getrunken!

Trotzdem werden wir wieder in der nächsten Saison versuchen Esch zu schlagen. Und sie uns. So wie es sich sportlich auch gehört!!!

Sportlich: Eine schöne Einleitung um zu unseren Kollegen aus Grünfeld zu kommen.

Ich bin sehr froh, dass wir nicht abgestiegen sind. Denn sonst hätten sich meine folgenden Worte wie die Retourkutsche eines Absteigers angehört:

Was sich der Verein Grünfeld in den letzten zwei Jahren in der Verbandsliga Mitte leistet, ist an Unsportlichkeit und Wettbewerbsverzerrung nicht zu überbieten.

Stark aufgestellt und vor allem Zuhause werden selbst stärkste Gegner geradezu von den Brettern gefegt!

Denn stark Schach spielen kann man ja!

Moralisch scheint dagegen nicht viel zu laufen!

Auswärts tritt man grottenschlecht oder gar nicht an!

Es wird dabei auch keine Rücksicht genommen, ob man dabei aktiv in den Abstiegskampf eingreift. Andere Teams die noch kämpfen bevor- oder benachteilt!

Die circa 200€ Strafe scheinen dabei auch keine Rolle zu spielen! Man hat es wohl. Mit Sportlichkeit oder Respekt den anderen Teams gegenüber, hat es dagegen nichts zu tun!

Man ist wohl völlig auf dem Ego Trip!

Obwohl es bei Euch einige Personen gibt, die ich durchaus schätze, muss ich ganz klar sagen:

Wenn ich etwas zu sagen hätte, würde ich Grünfeld, wegen wiederholter grober Unsportlichkeit, sofort aus dem Spielbetrieb ausschließen!!!

Aber das habe ich ja nicht und ich möchte noch einmal betonen, dass es sich hier um meine persönliche Meinung und nicht um die Meinung des Schachvereins Kalk/Deutz handelt.  Da kann man gerne persönlich böse auf mich sein!

Leid, tut mir meine harsche Kritik gegenüber Grünfeld, natürlich für die Leute, die regelmäßig und zuverlässig antreten. Für Mülheim sollen es keine 4 gewesen sein! Tanz in den Mai??? Die Schuldlosen sollen sich den Schuh nicht anziehen! Nur so geht es wirklich nicht: Man hat auch eine Verantwortung der Konkurrenz und dem fairen Wettbewerb gegenüber!!! Man sollte sich an dieser Stelle wirklich seine Gedanken machen und wirkliche Konsequenzen ziehen!

Überhaupt möchte ich die Angewohnheit, der schiedlich friedlichen Mannschaftsunentschieden, einmal deutlich hinterfragen:

Leidet ein anderes Team darunter, eindeutig unsportlich.

Aber selbst wenn es um nichts mehr geht: Ich verstehe es einfach nicht! Ist es so schrecklich unser aller Hobby auch auszuüben und Schach zu spielen???

Ja, ich kenne die Argumente: “An so einem schönen Sonntag, kann man auch was anderes machen!” etc.

Leute: Es sind 11 Sonntage von 52 im Jahr!!!

Auf der anderen Seite wird bei Open viel Geld gezahlt um Praxis zu sammeln und Wettbewerbsschach spielen zu können… Es geht mir nicht richtig in den Kopf. Aber so lange kein anderes Team darunter leidet, ist das natürlich jedem selbst überlassen…

So: Ich hoffe, ich konnte einige kleine Denkanstöße mit auf den Weg geben. Vielleicht bewirkt es ja ein bisschen…

Und wenn der eine oder andere sauer auf mich ist: Es ist mir egal.

Sehr stolz bin ich auf meine Mannschaft! Nicht für die Leistung, die wir auf den Brettern gezeigt haben! Aber für unsere Einstellung! Und vielleicht hatten wir deshalb ein bisschen die Glücksgöttin auf unserer Seite!

Verabschieden müssen wir uns leider für eine Saison von unserem alten Haudegen Joachim Thiel. Jo möchte nach langer, langer Zeit eine Saison aussetzen.

Das ist natürlich zu akzeptieren und respektieren, auch wenn Du uns sehr fehlen wirst.

Ruh Dich aus uns komm bald wieder, Jo!

Erfreulich ist dagegen dass Uli wieder Spaß am Schach gefunden hat und in der nächsten Saison ein standesgemäßes Brett einnehmen wird.

Auch Mario Schwark wird als “Immerspieler” eine wertvolle Verstärkung sein! Es geht also weiter mit Verbandsliga Schach in unserem Verein!

Ich wünsche Euch für die viel zu lange Sommerpause alles Gute und immer dran denken:

Übung macht den Meister! Ich habe es ja auch noch nicht aufgegeben, lach!

Alles Gute,

Euer Schachfreund,

Jochen Goßmann.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.