1.Runde 2014/15 – Spannendes 4:4 in Esch!

Liebe Schachfreunde,

Zu allererst möchte ich Euch recht herzlich in der Saison 2014/2015 begrüßen!
Ich hoffe, ich kann Euch auch dieses Jahr mit meinen Berichten etwas Freude machen.

Die 1. Mannschaft hat in dieser Spielzeit eine echte Herausforderung zu bewältigen. Die Gruppe Verbandsliga-Mitte ist außergewöhnlich stark besetzt. Nur Klassenerhalt kann das Ziel sein! Wenn mehr herausspringt um so besser!!!

Zum Saisonauftakt ging es zu unseren alten Bekannten nach Esch und ich kann Euch sagen, dass es sehr, sehr spannnend zu ging:

17 Uhr: Nach 6 Stunden Spielzeit, muß sich unserer Recke Joachim Thiel, dem starken Peter Kuschel, doch noch geschlagen geben. Nur 4:4. Schade.
Zwei Stunden haben die Beiden ganz alleine gekämpft!

Um 15 Uhr war mit meinem taktischen Remis ( 4:3 ) die vorletzte Partie beendet. Ich sah aber auch keine Möglichkeit irgendwie auf Sieg zu spielen und hatte schließlich bei Läuferpaar mit Damen einen Bauer weniger. Das war, denke ich schon in Ordnung so. Viel mehr hätte mein Gegner das Remis im Mannschaftsinteresse wohl ablehnen müssen!

Denn die Partie Thiel gegen Kuschel war ein ganz unklares Ding. Gut. Peter Kuschel stand ein klein wenig aussichtsreicher. Aber es sah doch so aus, als ob das irgendwie haltbar wäre…

Was jetzt folgte, war eine der spannendsten Entscheidungspartien, die ich je in einem Mannschaftskampf gesehen habe! Die Ausgangslage war klar: Peter mußte irgendwie auf Sieg spielen, Jo das Remis halten. Und so ging es zwei Stunden hin und her!
Anfangs sah es für Jo schwierig aus, dann immer besser ( im Remissinne ), dann hatte man schon das Gefühl, Jo hat es überstanden, dann wurde es wieder unklarer, schwieriger und am Ende war es ganz aus! 0:1.

Ein großes Kompliment an beide Spieler für diesen beherzten Kampf!!!

Natürlich war der eine Punkt, so am Ende etwas enttäuschend. Man war ja so nah am Sieg dran. Aber ich denke, im großen und ganzen geht das Mannschaftsunentschieden schon in Ordnung! Und wenn man an unseren glücklichen Punkt gegen Esch in der Vorsaison denkt, umso mehr!

Aber wie war es eigentlich zu dieser Ausgangslage ( 4:3 ) gekommen?

11 Uhr: Mit 8 Stammspielern ( alle außer Olli, der im Urlaub weilt. ) schlugen wir gut aufgestellt in Esch auf.
Zum ersten Mal wurde mit der neuen Fischer-Zeit gespielt. Ich machte mir kleine Notizen um den Überblick zu behalten, was ich sehr hilfreich fand. Erstmalig wurden mitgebrachte Handys weggeschlossen! Am besten nächstes Mal zuhause lassen!

Von Anfang an entwickelte sich ein hart geführtes Duell zweier direkter Konkurenten um den Klassenerhalt     ( Meine Meinung. ).
Aus recht engen Partien stach zuerst Brett 1 heraus. Michael Lambertz von Esch war in Opferlaune. Aber es sah doch recht schnell so aus, als würde diesem Figurenopfer etwas die Berechtigung fehlen. Unser alter Haudegen Ulli Vogel zeigte warum!

Aber noch bevor Ulli den vollen Punkt einhamstern konnte, war es pötzlich um unseren Mario an Brett 8 geschehen! Wo war nur die Dame geblieben? Da war nun wirklich nichts mehr zu machen! Das kann passieren. Kopf hoch. 0:1.

Jetzt hatte Michael Lambertz gegen Ulli auch genug gesehen. 1:1.

Andreas Gerdau, dieser Schach-Terrier brachte Kalk/Deutz an Brett 5 erstmalig in Führung. Überlegen nach Hause gespielt, wie er es später in seiner gewohnt bescheidenen Art beschrieb! Du Tier! 2:1.

Leider verlor unser Jürgen Asselborn an Brett 4 gegen Jürgen Porn. Wieder Ausgleich. 2:2.

Jetzt durfte Erics Gegner an Brett 2 das lange bestehende Remisangebot annehmen. 2,5 zu 2,5.

Und jetzt kam es zu einem echten Big Point an Brett 7. Ralph Tbaila hatte sich lange Zeit den lästigen Annäherungsversuchen seines Gegners auf der offenen A-Linie erwehren müssen! Aber an diesem Tag nicht mit Ralph! Im Stile eines Schachapothekers mischte Ralph die richtige Medizin an! In diesem Fall tödlich für den Gegner. Ralph ließ es sich auf dem vernachlässigten Königsflügel schmecken! Lecker, lecker! 3,5 zu 2,5.

Und so hatte dann auch meine Stunde geschlagen! Meine “Partievorbereitung” bestand darin, mir um 10:00 eine Spanischpartie Anand-Naiditsch ( Remis. ) anzusehen. Darauf wollte ich mich dann mit Schwarz einlassen.
Und es hat ganz gut geklappt! Als mein Gegner doch Druck erhielt entschied ich mich gefühlsmäßig für das Läuferpaar einen Bauern zu opfern. Im Endeffekt hat sich das dann ausgezahlt. Im richtigen Moment ( mein Gegner wirkte gerade etwas ratlos. ) habe ich dann Remis angeboten und mein Gegner nahm trotz Mehrbauerns und Mannschaftsrückstand an! Fein, fein. 4:3.

Das Ende der Geschichte, kennt Ihr ja schon. Im Großen und Ganzen eine sehr ordentliche Mannschaftsleistung, der etwas ünglücklich der verdiente Lohn fehlte. Aber so ist das eben.

Und die, die diesmal nicht so erfolgreich waren, werden demnächst wieder wichtige Punkte einfahren!
So ist das als Mannschaft. Man gewinnt zusammen, man verliert zusammen und spielt auch mal unentschieden!

Alles Gute,
Euer Schachfreund,
Jochen Goßmann.

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