8.Runde – Großkampftag im Kolpinghaus!

Liebe Schachfreunde!

3 Uhr nachts. Der Schachfreund hat unruhig geschlafen. Gequält schleppt er sich zum Computer und geht online. Immer noch kein Bericht vom letzten Mannschaftskampf!
Enttäuscht krabbelt er wieder in sein Bett und während er krampfhaft und ziemlich erfolglos versucht einzuschlafen, macht er sich so seine Gedanken:
“Wieso schreibt unser werter Berichterstatter Jochen Goßmann nicht? Hat er so kläglich verloren, dass er sich nicht mehr zu schreiben traut? Liegt er im Krankenhaus? Oder sitzt er im Gefängnis???”
Mit dem Gedanken: “Na, das wird morgen ja wieder ein … Tag, so ganz ohne Mannschaftsbericht…!” , schläft er endlich ein.

Liebe Schachfreunde,
die Erklärung ist ganz einfach: Eurem Schreiberling ist auch der letzte von 3 Computern elend eingegangen und er saß online technisch quasi auf dem trockenen!
Früher wäre der Bleistift abgebrochen…
Aber gestern war der Computer-Doktor da und konnte wenigstens 2 der 3 Patienten retten!!! Ist das nicht wunderbar!? Und so kann es endlich weitergehen!!!

Und so begebe ich mich gedanklich auf eine Zeitreise zwei Wochen zurück…

Großkampftag im Kolpinghaus!
1.Mannschaft gegen Bergische Schachfreunde.
2.Mannschaft gegen Porz 7.

Schachgeschichte wurde am vergangenen Sonntag im Köln-Deutzer Kolpinghaus geschrieben. Erstmalig waren beide Kalk/Deutzer Mannschaften gleichzeitig bei Heimspielen im Einsatz. Es war also mit einer gewissen Enge und eventuell Sauerstoffmangel zu rechnen.

Kalte Füße bekam vor dem Mannschaftskampf Euer Berichterstatter. Aber nicht aus Angst vor dem Gegner, sondern wegen recht sommerlichen Outfit. So sollte befürchteter Überhitzung entgegen gewirkt werden. Schließlich waren an diesem herrlichen Sonntag über 20 Grad angesagt.

Doch ich muß sagen, dass meine Bedenken unbegründet waren. Natürlich war unser kleiner Spielsaal prall gefüllt. Aber ansonsten war alles in Ordnung. Es herrschte eine gute, ruhige Spielatmosphäre mit gut auszuhaltenen Temperaturen und ausreichend Sauerstoff. Premiere geglückt.

Einen guten Start hatte die 2.Mannschaft. Heinrich war sein Ruf voraus geeilt. Sein Gegner hielt sich irgendwo versteckt. 1:0.
Leider sollte das aber auch der einzige Punktgewinn für die Zweite bleiben und so will ich mit einigem Schwung den Mantel des Schweigens über dieses 1:7 ausbreiten…

Richtig gut ging es auch für die Erste los. Mein Gegner spielte in so rasanten Tempo, dass ich ihn scherzhaft fragte, ob er um 12 zum Mittagessen zuhause sein müßte…
Er spielte dann etwas langsamer, aber nicht viel und ich muß zugeben, dass ich mich auch ein wenig anstecken ließ…
Und so kam es, wie es kommen mußte: Richtig überlegt wurde erst als die erste Figur hing und vor dem Verlust der zweiten wurde nach 57 Minuten aufgegeben. Und so war ich es, der um 12 Uhr auf der sonnigen Terrasse Platz nehmen und Mittagessen bestellen konnte. Was kann das Leben schön sein. 1:0.

Natürlich hielt ich für Euch, werte Leser, obwohl schon zum Kölsch trinken übergegangen, den weiteren Verlauf genauestens im Auge. Und es sah richtig prächtig aus.
Joachim Thiel stand gut und aktiv.
Ulli Vogel stand viel besser. Seinem Gegner war offensichtlich die Eröffnung reichlich mißglückt.
Mario Schwark hatte einen Bauer mehr.
Die anderen Partien sahen ausgeglichen aus.
Nur Ralph Tbaila hatte einen Bauer weniger. Aber das schien haltbar zu sein.
Eigentlich deutete hier alles auf einen Heimsieg gegen zugegeben etwas ersatzgeschwächte Bergische hin.

Doch es sollte anders kommen. Als ich mal wieder gucken kam, war die Stellung unseres sicherlich noch vom Krankenhausaufenthalt etwas geschwächten Olliver Lunnebach, reichlich aus dem Gleichwicht geraten und sein Gegner beendete die Partie mit schöner Kombination. Aber egal. Super das Olli wieder zurück ist! 1:1.

Joachim Thiel hatte bei guter offensiven Stellung reingeopfert. Das schien keine gute Idee gewesen zu sein…

Jürgen Asselborn hatte auf einmal eine Figur weniger. Das sah aussichtslos aus.

Aber erst einmal das zu erwartene 2:1 durch unseren Ulli Vogel. Bravo.

Remis durch unseren Präsidenten Andreas Gerdau. 2,5 zu 1,5.

Doch jetzt kam es so, wie zu befürchten war. Niederlagen für Joachim Thiel und Jürgen Asselborn. 2,5 zu 3,5.
Der Mannschaftskampf war gekippt!

Doch glücklich der, der einen Mario Schwark in Topform hat. Das ist wirklich mal besondere Erwähnung wert. Mario hat sich ohne wenn und aber deutlich verbessert! 3,5 zu 3,5.

Und so mußte Ralph Tbaila den Mannschaftspunkt erkämpfen. Aber das war nicht allzu schwer. Die Stellung war sehr remis. Aber die auf Krawall gebürsteten Kontrahenten brauchten 3 wechselseitige Remisangebote, um endlich Frieden zu schließen! 4:4.

Schade. Da wäre für uns sicherlich mehr drin gewesen. Am Ende mußten wir um den einen Punkt sogar noch kämpfen. Aber wenn man zB an den äußerst glücklichen Punktgewinn gegen Esch denkt, kann man von ausgleichener Gerechtigkeit sprechen.

“Lebe geht weiter.” würde Hort sagen. Und mit 8:8 Punkten sieht es für die Erste ja nicht schlecht aus.

Liebe Grüße,
Euer Schachfreund,
Jochen Goßmann.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.