9.Runde – Erste Mannschaft sichert endgültig Verbandsliga!

Liebe Schachfreunde!

Erfreuliches kann ich Euch von der 1.Mannschaft berichten!
In einem hart geführten, spannenden, ja teilweise dramatischen Mannschaftskampf wurde Rheinpark 5:3 bezwungen und wohl endgültig Richtung Bezirksliga befördert.

Dagegen kann unsere Mannschaft auch theoretisch nicht mehr absteigen und findet sich ganz im Gegenteil, in der ausgeglichenen, engen Verbansliga-Mitte derzeit auf Platz 4 wieder.

Da macht der Blick auf die Tabelle doch Spaß!

Rheinpark hatte gegen uns noch einmal alles aufgeboten, was es derzeit zu bieten hat! Man wollte die letzte Chance auf eine mögliche Wende umbedingt nutzen!

Wie verbissen an diesem Sonntag gekämpft wurde, zeigt alleine die Tatsache, dass nicht eine einzige Partie Remis gegeben wurde! Wann hat man das schon?

Und jetzt bin ich, als Euer werter Berichterstatter in einem Dilemma:

Wie soll ich von den anderen sicherlich spannenden Partien berichten, wenn ich nicht allzu viel davon mitbekommen habe?
Alle Hände voll hatte ich mit meinem eigenen Spiel zu tun und war erst als letzter fertig.

Das ist dann äußerst schwierig und vielleicht sollte man mir in solch einem Fall, in Zukunft mehr Informationen zukommen lassen…

Und das ich noch als Letzter spielte, war das reinste Schachwunder!

“Ich habe in mich hinein gehorcht, ob ich bereit war, mit eiskalter Hand Kombinationen zu spielen, die das Blut gefrieren lassen!” ( Zitat: Garry Kasparov. )

Naja, so in etwa hatte das Euer Berichterstatter auch vor. Aber meine Opferkombination hatte ein gewaltiges Loch! Wegen einer übersehenden Springergabel, mußte ich meine Kombi, statt mit eiskalter Hand weiter zu spielen, mit zittriger Pfote abbrechen!

Eine Figur und einen Bauer weniger war das Resultat! Aber es ist ja Mannschaftskampf und da wird weiter gespielt! Außerdem mußte ich meine reichlichen Vorräte noch aufessen!

Also, wenn schon mit fliegenden Fahnen untergehen und alles nach vorne werfen!
Mein Gegner und alle anderen auch, hatten schon einen dicken Harken hinter diese Partie gemacht, aber während meine nächsten 8 Züge reine “Atacke-Züge” waren, verhielt sich mein Gegner viel zu passiv.

Wollte er es ausssitzen?

Und so wurde aus einem lauen Lüftchen, ein regelrechter Orkan!
Ich stand auf einmal richtig gut. Und das Witzige war, dass ich, der eigentlich einen Springer weniger hatte,  einen Turm mehr hatte! Bei mir spielte alles was Beine hatte und mein Gegner, kam einfach nicht mehr dazu seinen Turm a8 und seinen Springer b8 zu aktivieren! Kurios!

Und so witterte ich wieder Morgenluft! Schnupper, schnupper…

In Zwischenzeit hatte unser werter Präsident Andreas Gerdau Kalk/Deutz 1:0 in Führung gebracht. Das brachte doch etwas Sicherheit.

Nach einem weiteren Sieg durch Eric Ostenda und Niederlagen für Joachim Thiel und Ralph Tbaila stand es 2:2.

Und ich spielte immer noch!

In Zwischenzeit hatte ich bei druckvoller Stellung eine ganze Figur zurückgewonnen! Aber dafür mußte ich die Damen abtauschen, und das entstandene Endspiel mit einem Bauer weniger, sah verloren aus!

Also mal schnell Remis anbieten. Und das hätte mein sehr sportlicher und sympatischer Gegner Rosen auch gerne angenommen! Der Partieverlauf hatte ihn wohl etwas geschafft!
Aber er mußte nach Rücksprache mit dem Mannschaftsführer weiterspielen.

Denn es sah für Rheinpark einfach nicht gut genug aus!

Jürgen Asselborn stand bei Mehrmaterial auf Sieg und mußte nur noch die letzten Angriffsbemühungen, seines Gegners überstehen!

Ullrich Vogel stand im Turmendspiel besser.

Mario Schwark hatte im Läuferendspiel zwei Bauern weniger. Könnte vielleicht aber Remis halten.

Naja, und für mich sah es gar nicht gut aus! Ich war im Turm/Springer Endspiel schon arg in die Defensive gedrängt! Aber jetzt war auf Kampfmodus gestellt.

Zwischendurch habe ich noch zweimal Remis angeboten. Und mein Gegner wollte gerne annehmen. Durfte aber nicht. Tragisch!

Und so gingen die Partien von Jürgen Asselborn und Ullrich Vogel erfolgreich für uns aus.
Mario Schwark verlor leider. 4:3.

Und so war es wahrhaftig meine Partie, die als letzte lief! Die Partie die eigentlich als erste hätte zuende sein müssen!

Ich hatte inzwischen nicht nur das Schlimmste überstanden, sondern stand jetzt besser. Die Türme waren vom Brett, ich hatte einen vorgerückten Freibauern auf dem Königsflügel um den sich der gegnerische Springer kümmern und für den er sich auch opfern müßte.

Aber das erschien mir zu riskant und beim Stand von 4:3 wollte ich kein unnötiges Risiko mehr eingehen! Ich ließ meinen Freibauer Freibauer sein, brachte Springer und König zurück ins Zentrum und sicherte die Partie ab.

Nach fast 6 Stunden fiel das Plättchen meines Gegners, für den ich wirklich Mitgefühl habe, denn angenehm war diese Niederlage sicherlich nicht!

So eine verrückte Partie, habe ich in der Verbansliga noch nicht erlebt! Rheinpark-Kalk/Deutz 3:5.

Mit freundlichen Grüßen,

Jochen Goßmann.

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